Langersehnte Gäste in Farmsen

Monatelang waren es nur Blogposts, Kommentare oder WhatsApp-Nachrichten, die uns Kommunikation zu unserer tansanischen Partnerschule ermöglichten. In den wöchentlichen Seminarstunden dann planten wir gemeinsam den Besuch der tansanischen Gäste mit der gesamten Profilgruppe. Am 17. Juni war es endlich so weit.  Von Avesta Khaliqi und Robert Schleßmann.

Wir konnten unsere langersehnten Gäste Abdulkarim, Hance, Sabria, Sylvia, Ms. Asteria Alex (Geschichtslehrerin) und Ms. Daina Matem (Schulleiterin) vom Flughafen abholen. Aufgeregt und angespannt empfingen wir die Gäste am Flughafen. Anfängliche Schüchternheit wurde schnell überwunden und alle verstanden sich auf Anhieb.
Nach nur kurzer Zeit im Hotel und Lüneburg zogen die Gäste in ihre Gastfamilien ein. Kulturelle Unterschiede wurden bemerkt, doch waren sie keine Barriere für ein tadelloses Zusammenleben, stattdessen eher ein interessantes Erlebnis.
Direkt am ersten Tag genossen die Tansanier*innen das typisch norddeutsche Wetter bei einem Besuch der Elbphilharmonie. Die Aussicht von der Plaza war ein interessantes Erlebnis für die Gäste. Den restlichen Tag verbrachten wir schlendernd in der HafenCity.
Danach verbrachte die Gruppe zwei Tage in Lüneburg, um die Stadt zu besichtigen und sich näher kennenzulernen. Salzmuseum, Altstadt und Hafen boten uns zwei erlebnisreiche Tagen und halfen der Gruppe enorm enger zusammenzuwachsen.
Da unser Projektthema „Post-Colonial Memory Cultures“ („Postkoloniale Erinnerungskulturen“) heißt, setzten wir uns nach einigen für die Gäste erholsamen Tagen mit diesem Thema auseinander und bearbeiteten im Ramen des Seminarfachs mit dem ganzen Profil interessante Arbeitsaufträge. Für beide Seiten stellten sich neue, interessante und vor allem unbekannte Fakten bezüglich des Themas heraus. In Gruppen bearbeiteten wir verschiedene Aspekte und den Umgang mit der gemeinsamen Vergangenheit Tansanias und Deutschlands an folgenden Themenpunkten:

  • Artefacts (Dt.: Artefakte)
  • Colonial Traces in Hamburg (Dt.: Koloniale Spuren in Hamburg)
  • Street Names (Dt.: Straßennamen)
  • Compensation (Dt.: Kompensation/Reparationen)

Das Resultat unserer Arbeit zu dem Thema ist für alle Interessierten im Studienzentrum des GyFa zu finden. Dort stellen wir viele der erstellten Poster, Fotos und Texte vor.
Kennenlernen und interessante Austausche über Unterschiede im Schulalltag zwischen den Schüler*innen waren auch Teil der Gespräche. Am nächsten Tag wurde mit dem ENSA-Seminarleitungsteam weiter an Postern und Themen wie Diskriminierungssensibilität und der zukünftigen Partnerschaft zwischen dem Gymnasium Farmsen und der Chang’ombe Secondary School gearbeitet. Die bevorstehende Reise unserer kleinen Gruppe nach Daressalam wurde auch thematisiert und in Kooperation wurden sehr vage schon Teile des Ablaufs geplant. Mit noch viel weiterem Blick in die Zukunft wurde mit Hilfe des Schulleiters, Peter Geest, über die mögliche Zukunft einer Schulpartnerschaft diskutiert. Dabei haben wir uns über verschiedene Aspekte der Zukunft Gedanken gemacht, wie die Finanzierung, Reiseplanung für zukünftige Gruppen und die Kommunikationsmittel zwischen den Schulen.
Als Teil der kleinen Gruppe, die die Gäste bei sich zu Hause empfangen haben, können wir abschließend sagen, dass diese Aufgabe mit viel Arbeit und Organisation kommt. Allerdings war es der Aufwand wert und wir blicken nun auf zwei bereichernde Wochen zurück, die uns nicht nur neue Ansichten bezüglich „postkolonialen Erinnerungskulturen“ aufzeigte, sondern noch viel weitreichender sind. Daher sind wir umso gespannter auf unsere Reise nach Daressalam. Alle diese positiven Erfahrungen haben wir gemacht und uns bleibt auch noch im Hinterkopf, wie aufgeregt und auch eingeschüchtert wir waren, bevor die Gäste in Hamburg ankamen.
Nach einer wundervollen Abschlussfeier, bei der tansanische und deutsche Tänze ausgetauscht wurden verabschiedeten wir uns am nächsten Tag am Flughafen.

Auf eine lange und erfolgreiche Partnerschaft!

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